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Schnappschuss!

Wilfried Noppes

Zitat

Ruhm habe ich schon. Nun brauche ich das Geld. (William Steinitz)

28. Erfurter Jugendopen – Tag 2. Alexandra marschiert. PDF Print Email

Am zweiten Tag des Turniers wurde am Vormittag und Nachmittag jeweils eine Partie gespielt. Den größten Erfolg von den Traktoristen aus Priestewitz erzielte überraschenderweise Alexandra, da sie beide ihrer Partien gegen DWZ-überlegene Gegner gewinnen konnte. Paul-Lukas strauchelte in einem Spiel und versäumte es, eine gewonnene Stellung sicher nach Hause zu bringen. Er holte 1,5 Punkte. Daniel hatte im A-Turnier die schwierigste Aufgabe von allen drei und holte einen halben Punkt. Am Abend durfte das Unterhaltungsprogramm nicht fehlen. Diesmal waren wir bowlen. Jetzt mit Einzelheiten…

 

 

 

 

 

…Die zweite Runde spielte Alexandra gegen direkte Konkurrentin Türinger Kaderspielerin Angelina Richardt (1223) vom SV Breitenworbis.

 

 

Mit schwarzen Figuren konnte Alexandra langsam aber sicher alle ihre Figuren aktiv aufstellen und die Initiative übernehmen. Mit gezielten Aktionen bearbeitete sie die schwachen Bauern ihrer Gegnerin, einen nach dem anderen. Zum Schluss hatte sie drei Bauern gegen zwei und einen aktiveren König. Das war entscheidend für ihren Sieg.

Die dritte Runde am Nachmittag spielte Alexandra gegen Jonathan Reum (1207) von der SG Barchfeld/Breitungen.

 

 

Mit Weiß konnte sie bereits in der Eröffnungsphase eine Unaufmerksamkeit ihres Gegners in materielle Vorteile ummünzen. Sie gewann nicht weniger als einen ganzen Turm. Danach tauschte sie ihre Figuren ganz konsequent ab. Nur einmal hätte sie es besser machen können. Sie übersah einen Matt in zwei Zügen.

 

 

Acht Züge später gab Jonathan in einer aussichtslosen Stellung auf.

Paul-Lukas spielte die zweite Runde mit Schwarz gegen Türinger Kaderspielerin Ha Thanh Nguyen (1102) vom SV Medizin Erfurt.

 

 

Nach einem Doppelangriff mit der Dame konnte er recht früh einen Springer erbeuten. Danach gelang es ihm sogar die weiße Dame für den Läufer einzutauschen. So war die Partie entschieden, auch wenn sie noch eine ganze Weile andauerte.

In der dritten Runde traf Paul-Lukas auf Erich Riedel (1160) von der SG Arnstadt-Stadtilm. Mit einem Springerschachabzug gelang ihm ein Läufergewinn und die Partie schien frühzeitig gelaufen zu sein. Tatsächlich schaffte es Paul-Lukas aber nicht, den Gegner vor die ernstaften Probleme zu stellen und vergab es mehrfach, einen Matchpoint zu landen. Sein junger Gegner agierte mit seinen knappen Ressoursen überraschenderweise recht geschickt und konnte ein Gegenspiel am Damenflügel entwickeln. Für den bis zur vorletzten Reihe vorgerückten Freibauern gab Paul-Lukas seinen Springer, was übrigens vermeidbar war. Das enstandene Turmendspiel mit einem Mehrbauern war schon nicht mehr so einfach zu gewinnen. Die letzte Möglichkeit wurde vergeben, als der verbliebene g-Bauer mit dem f-Bauer anstatt mit dem König geschlagen wurde

 

 

Der Springerbauer ist im Vergleich zu dem Läuferbauer in einem Turmendspiel immer Remis. In der anschließenden Partieanalyse zeigte Hendrik Hoffmann den richtigen Gewinnweg mit dem f-Bauer. Diese Erkenntnisse waren für mich selbst auch neu.

Für die Partieanalysen für die sächsischen Turnierteilnehmer sind dieses Mal wie bei der SEM Cliff Wichmann und Hendrik Hoffmann zuständig. Ihre ausgezeichneten Auswertungen sind für unsere Kinder enorm wichtig. Die deutliche Leistungssteigerung macht sich praktisch sofort bemerkbar, ich lerne dabei auch sehr viel dazu. An dieser Stelle ein Riesenkompliment und Dankeschön. Auf dem Bild darunter ist der Internationaler  Meister im Schach und sächsischer Kadertrainer Cliff Wichmann.

 

 

 

Nun zu Daniel. Er erwischte in der zweiten Runde einen starken sächsischen Kaderspieler, Konstantin Urban (1717) vom Schachklub Heidenau.

 

 

Sie kennen sich mittlerweile sehr gut, treffen sich häufig bei verschiedenen Schachturnieren. Einmal spielte Daniel gegen Konstantin und verlor bereits in der Eröffnung. Diesmal sollte es besser gehen. Mit Weiß hatte Daniel Anzugsrecht und begann agressiv. Es wurde zu agressiv. Nach einem übersehenen Bauernverlust machte Daniel noch ein Qualitätsopfer, was ihm nichts einbrachte. Danach hatte Konstantin leichtes Spiel und einen frühen Sieg.

In der nächsten Runde musste Daniel gegen einen anderen sächsischen Kaderspieler Oskar Essler (1619) antreten.

 

 

In der Tat spielte Daniel überlegter als gegen Konstantin und mit mehr Geduld in der Verteidigung. Allerdings übersah er einen klaren Vorteil in einer Stellung. Hier greift Oskar mit seiner Dame den Turm an und Daniel bringt ihn außer Gefahr, anstatt mit der Dame den ungedeckten Bauern zu schlagen.

 

 

Cliff sagte später, die beiden sollten einen Telepathiekontakt aufgestellt haben, da es absolut unwahrscheinlich klingt, dass die beiden einen ungedeckten Turm sehen. Im nächsten Zug wurde der Bauer mit der Dame geschützt und bis zum Schluss passierte nichts Spannendes. Wie in der Partie von Paul-Lukas konnte Oskar seinen Springerbauer in einem Turmendspiel nicht mehr verwerten. Nach 2 Niederlagen in einem Schnellschachturnier (Landesjugendspiele) gelang Daniel jetzt zumindest ein Remis gegen Oskar.

So punkteten alle drei am heutigen Tag. Nach dem Abendbrot ging es zum Bowling. Das einzig enttäuschend dabei war, daß die Bowlingrunde schnell zu Ende ging und wir wieder in die Jugendherberge mussten.

 

 

Morgen gibt es nur eine Runde Schach, der Nachmittag ist spielfrei. Wir gehen baden. In die Schwimmhalle. So viel von heute.

 

Zwischenstand Tabellen (anklicken)

A-Open

B-Open

 

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