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Schnappschuss!

Franco Eilmes

Zitat

Schach ist Kampf, hauptsächlich gegen die eigenen Fehler. (Saveli Tartakower)

4. TuS Coswig - Open in Moritzburg 2011 PDF Print Email

Am letzten Wochenende im August fand schon zur Tradition gewordenes Schachturnier in Moritzburg. Es nahmen 170 Schachspieler daran teil, so viel wie noch nie zuvor. An dieser Stelle ein Glückwunsch und ein dickes Dankeschön unsererseits an die Schachfreunde aus Coswig, die dieses Turnier veranstalten und herorragend über die Bühne bringen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...Von unserem Verein SV Traktor Priestewitz nahmen diesmal 4 Mitglieder am Turnier teil. Es waren Alexandra und Daniel Schmidt, Olaf Gose und Dietmar Weser (der Autor dieses Berichtes konnte aufgrund seiner beruflichen Situation leider nicht teilnehmen).

 

 

Für Dietmar Weser war es die 4. Teilnahme am 4. Coswig - Open, das heußt, er war immer dabei! Dieses Mal ergatterte Dietmar 1,5 Punkte und belegte in der Endwertung den 154. Platz.

 

 

Für unseren Mannschaftsleiter Olaf Gose verlief das Turnier im Wechselbad der Gefühle. Das erste Spiel mit Schwarz gegen den hochfavorisierten Peter Höhne aus Chemnitz verlor Olaf noch erwartungsgemäß.

 

 

Im nächsten Spiel aber gegen einen Landeskaderspieler Philipp Angrick aus Leipzig mit Weiß war mehr drin für ihn als eine Niederlage, die gewissermaßen keine Punkte bringt.

Die nächste Partie gegen Arwin Hugo Lehne aus Coswig musste unbedingt gewonnen werden, was Olaf am Ende auch gelang.

 

 

Die vierte Runde mit Weiß gegen Markus Kempe aus Chemnitz begann Olaf sehr erfolgsversprechend. Er konnte sich die Qualität sichern und mit einem enzigen richtigen Zug mit Damenmattdrohung und Läufergewinn hätte er die Partie für sich entgültig entschieden. Stattdessen zog er die Dame zur Verteidigung zurück und sah im nächsten Moment den besagten Gewinnweg. Die Züge im Schach darf man bekannterweise nicht zurücknehmen, so ging es für Olaf ab diesen Moment steil bergrunter. Die Stellung war nicht mehr zu retten, was die anschließende Analyse ergab. Schwarz hatte danach so einen massiven Schwerfigurenangriff  gegen die Königsstellung, so daß die Quali nichts mehr wert war. Die Niederlage war umso ärgerlicher, stand Olaf doch die ganze Zeit auf Gewinn und investierte viel Zeit, so daß er erst sehr spät nach Hause fahren konnte. So ist es eben im Schach.

 

 

Bis auf den ersten Gegner betrieb Olaf als wahrer Kindertrainer in allen Runden vorzügliche Nachwuchsarbeit. In der vorletzten Partie gegen Carl-Anton Erxleben aus Leipzig gelang ihm ein müheloser Sieg.

 

 

Die letzte Runde durfte Olaf wieder mit Weiß spielen und es was gut so, da er gegen ein großes Schachtalent Niklas Renger aus Dresden antreten musste. Es ging bis in die Endstellung Läufer gegen Springer hinein, wo Olaf gekonnt die Schnelligkeit seines Läufers ausnutzen konnte und die Partie gewann. Am Ende wurde es mit 3 Punkten ein sehr guter 98. Platz ein der Endwertung und ein stattlicher Sprung nach oben vom Platz 128 in der Teilnehmerliste. Somit gibt es auch einen DWZ-Zuwachs und meine Glückwünsche zu diesem Erfolg.

Nun gehen wir mit Alexandra weiter. Die erste Partie gegen Andreas Drieschner aus Coswig endete mit einer Niederlage aus der Alexandra einiges gelernt hat.

 

 

In der zweiten Runde konnte Alexandra eine ganz dicke Überraschung mit Schwarz schaffen. Sie besiegte Marek Moritz aus Coswig, der mit über 400 DWZ-Punkten Unterschied der eindeutige Favorit war. Die Partie zum Nachspielen ist hier.

 

 

Die dritte Partie spielte Alexandra gegen Sebastian Fuchs vom USV TU Dresden. Es sah sehr lange Zeit nach einem Unentschieden aus, bis Alexandra im Endspiel entscheidende Fehler machte und das Spiel verlor.

 

 

Die vierte Runde spielte Alexandra mit Schwarz gegen Markus Heber von der Schachgemeinschaft Leipzig mit dem Unterschied von fast 500 DWZ-Punkten. In der französischen Eröffnung konnte sie durch eine Unaufmerksamkeit des Gegners mit einem Abzugsschach seine Dame erbeuten und danach souverän zu ihrem Sieg spielen. Es war ein echter Hammer. Die Partie zum Nachspielen ist hier.

In den 2 letzten Partien durfte Alexandra sich auf 2 weibliche Schachgrößen freuen. In der 6. Runde wurde ihr die amtierende Sachsenmeisterin Anne Kempe zugelost.

 

 

Mit Weiß begann Alexandra vielversprechend und konnte sich gut entwickeln. Dann leistete sie sich einige Fehler, ließ die Initiative übernehmen und nach einem Figurenverlust aufgab. Es ist wahrscheinlich der Respekt vor der namhaften Gegnerin noch zu groß, so daß Alexandra ihre kämpferischen Qualitäten nicht zeigen konnte.

 

Die letzte Runde musste Alexandra gegen die erfahrene Bundeskaderspielerin und WM-Teilnehmerin aus Sachsen-Anhalt Nathalie Wächter vom SK Dessau antreten. Mit Schwarz kam sie zunächst in Schwierigkeiten und verlor 2 Bauern. Dann konnte sie aber einen Turm für 2 Leichtfiguren eintauschen und stand wieder auf Remis. In einem aussichtsreichen Endspiel, wo man noch lange kämpfen kann, gab Alexandra leider auf. Die Standfestigkeit und Glaube an sich fehlt ihr noch.

 

 

Am Ende schaffte Alexandra mit 2 Punkten einen Sprung vom 161 auf 131 Platz in der Endwertung. Sie spielte alle ihre Spiele gegen deutlich stärkere Konkurrenten, konnte 2 hervorragende Siege feiern und viel Selbstbewusstsein für die nächsten Auftritte tanken. Ausserdem gab es ganz wichtige Erkenntnisse für mich als Trainer, wie wir mit Alexandra weiter trainieren.

 

Nun zu Daniel. In der ersten Runde erwischte er nicht weniger als eine Titelträgerin, die WFM Katrin Dämering vom SC Leipzig Lindenau. Mit Weiß agierend wollte er mit einem einfachen Trick seine namhafte Gegnerin überraschen, was natürlich nicht geht. Danach opferte Daniel eine Qualität, die ihm nichts brachte und demzufolge verlor seine Partie im Endspiel, da auf diesem Niveau beherrscht man das Vereinfachen des Spiels glänzend. Schade nur, daß Daniel es nicht geschafft hat, mit weißen Figuren die Spannung im Spiel über die lange Zeit aufrechtzuerhalten.

 

 

Die zweite Partie bestreitete Daniel gegen Vinzenz Dworatzek als Favorit und gewann anschließend. Für die dritte Runde bekam er eine ganz schwere Aufgabe zu lösen, mit Schwarz gegen Peter Idaczek vom SV Fortschritt aus Oschatz mit über 350 Punkten DWZ-Unterschied zu spielen. Zunächst kam Daniel gehörig unter Druck.

 

 

Danach konnte er sich geschickt befreien und verschaffte sich sogar eine Gewinnstellung, die er leider nicht nutzen konnte. Als einer von seinen Freibauern getauscht wurde, stand es glatt Remis, da die ungleichfarbige Läufer auf dem Brett verblieben.

 

 

In der vierten Runde musste Daniel gegen einen noch stärkeren Spieler antreten. Es spielte Martin Haustein (1839) vom BSV Ehrensfriedersdorf gegen ihn. Mit Weiß schaffte Daniel, seinen Gegner in seiner Entwicklung zu hindern, den schwarzen König in der Mitte zu halten und hatte eindeutig die Initiative. Bei der anschließenden Partieanalyse zeigte Paul Zebisch den richtigen Gewinnweg für Weiß.

 

 

Stattdessen ließ Daniel seinen Gegner zur Befreiung kommen und verzettelte sich in Angriffsaktionen, die ihm materielle Verluste einbrachten. Es war eine sehr lehrreiche Partie für ihn.

 

 

In der vorletzten Runde hatte Daniel die Chance, endlich einen Sieg bei diesem Turnier zu landen, er bekam einen Nachwuchsspieler Arnd Kretzschmar vom USV Volksbank Halle als Gegner.

 

 

Mit Schwarz konnte Daniel einen gefährlichen Angriff starten.

 

 

Leider konnte er seinen Angriff nicht schlau genug ausbauen und als der festgefahren war, wurde ein Remis vereinbart.

 

 

Die letzte Partie war sehr wichtig für Daniel. Bei einem Sieg mit Weiß hatte er echte Chancen, sich einen Podestplatz bei U-1400 mit einem Taschengeld zu sichern. Gegen ihn spielte Dr. Jochen Göpfert vom SC Riesa. Leicht durfte die Gelegentheit für Daniel nicht werden, da sein Gegner mit über 350 DWZ Punkte klar favorisiert war.

 

 

Die Eröffnung ging in Ordnung. Nachdem die Damen getauscht wurden, unterlief Daniel ein verhängisvoller Fehler. Sein Springer wurde mit Schach geschlagen und gleich fiel auch der Läufer, der nun ohne Schutz da stand. Daraufhin gab Daniel auf, da ohne Damen es kaum möglich war, gegen einen starken Bezirksligaspieler den Spieß noch umzudrehen. So ist das erste Turnier in dieser Saison zu Ende gegangen. Es war natürlich die Frage der Konzentration, die nachgelassen hat. Das Lehrgeld ist trotzdem sehr gut angelegt.

 

 

Noch ein Paar Bilder zum Turniergeschehen. Zuerst die Pokale und Sachpreise um die es ging...

 

 

...und die glücklichen Gewinner..

 

 

Der Sieger IM Oleg Spirin aus Russland in Aktion.

 

 

Noch mehr Bilder gibt es hier. Alle Ergebnisse und die Endtabelle des Turniers kann man hier einsehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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