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Schnappschuss!

Dietmar Weser

Zitat

Es geht nicht um einen Zug, nicht mal um einen guten Zug, den du suchen musst, sondern um einen realsierbaren Plan. (Eugene A. Znosko-Borovsky)

Landesjugendspiele 2011 - Mannschaftsturnier PDF Print Email

Am 2 und 2 Juli 2011 fanden in Chemnitz die Landesjugendspiele statt. In 55 Sportarten kämpften rund 6500 junge Sportler um die Medallien. Gleichzeitig werden Landesmeisterschaften im Schnellschach ausgetragen. Vom SV Traktor Priestewitz waren 3 Teilnehmer vor Ort. Es waren Alexandra und Daniel Schmidt sowie Paul-Lukas Gose...

 

 

 

 

 

 

 

 

...Ursprünglich wollten wir eine Mannschaft mit 4 Kindern aufbieten, wir konnten aber ein Brett nicht besetzen, so kam Michael Flechsig vom SC Riesa mit uns, dessen Ergebnisse im Mannschaftsturnier leider alle genullt wurden, da die Gastspieler laut Reglement nicht zugelassen werden.

 

 

Die Eröffnung fand mit einer kurzen Verspätung statt. Die Farbe diesjährigen Landesjugendspiele war grün.

 

 

Eine Vorbereitungspanne darf doch moniert werden. Durch einen organisatorischen Fehler gab es zu wenige T-Shirts in M Größe. Unsere Kinder bekamen L Größe, die eindeutig für alle zu groß war. Manchen Kindern sieht man es ganz deutlich an.

 

 

Die erste Begegnung hatten wir gegen enen der Topfavoriten TuS Coswig 1920.

 

 

Wir unterlagen deutlich mit 3,5:0,5. Zwischenzeitlich sah es aber ganz im Gegenteil aus. Alle unseren gewerteten Mannschaftsmitglieder standen eindeutig auf Sieg. Alexandra erspielte einen gefährlichen Angriff, den sie leider nicht konsequent zu Ende geführt hatte. Die Kombi zum Bild fand Daniel noch während der laufenden Partie. Es gab noch einen unbedeutenden Schach mit dem Turm auf b2, dann zog Schwarz die Dame auf f8. Nach 2 Zügen muß sie fallen und die weiße Dame räumt den ganzen schwarzen Hinterhalt auf. Die Lösung gibt es am Ende des Berichtes.

 

 

Paul-Lukas hatte ganze 3 Mehrbauern mit einem großen Zeitvorsprung und musste sich mit einem mikrigen Unentschieden zufrieden geben.

 

 

Michael spielte gegen den Bezirksmeister Utz von Koslovski und verlor.

 

 

Daniel verlor zwischenzeitlich eine Figur, dann gewann er sie wieder zurück und noch einen Bauern dazu. Am Ende stand er im Bauernendspiel mit einem Mehrbauern absolut ungefährdet mit einem gewaltigen Zeitvorsprung, 10 Minuten gegen 2 und es war um so mehr verblüffender, daß Daniel mit recht guten Endspielkenntnissen die Partie noch verlor, indem er dem Gegner unnötig erlaubte, eine Dame zu holen.

 

 

Die zweite Runde spielten wir gegen ESV Nickelhütte Aue und gewannen alle Partien.

 

 

Danach ging es gegen USG Chemnitz 1. Alexandra und Paul-Lukas gewannen, Michael spielte Unentschieden, so hätte es zum Mannschaftssieg gereicht. Da die Punkte von Michael aber alles genullt wurden, lag es alles an Daniel, der ein Remis schaffen musste. Seine Partie mit schwarzen Steinen gegen den sächsischen Kaderspieler vom USG Chemnitz Oskar Essler gestaltete sich nicht einfach. Daniel kam sehr unter Druck. Der Durchmarsch des weißen b-Bauerns entschied die Partie. Nachdem Daniel noch seinen starken Läufer gegen den Springer tauschte, konnte er die Stellung nicht mehr halten. So teilten wir die Punkte mit Chemnitz.

 

 

Während der Mittagspause (mit einem vorbildlichen Essensangebot)  bauten Daniel und Michael einen Sandburg am Rand der Beachvolleyballpartie. Mir wäre nie zum Volleyball zumute gewesen, es war nämlich saukalt und nass draußen. Die Schachspieler dürfen zum Glück ihre Wettkämpfe im Inneren ausrichten.

 

 

In der vierten Runde gegen TuS Gersdorf-Mörsdorf war unsere Mannschaft der klare Favorit.

 

 

Alexandra und Paul-Lukas standen nach kurzer Zeit auf Sieg, so daß Daniel sich kurzerhand entschoss, ein schnelles "taktisches" Unentschieden zu spielen. Just im nächsten Moment nach seinem Friedensabkommen am ersten Brett vollbrachte Paul-Lukas ein Kunststück, das ihm sicherlich nie wieder passieren wird.

 

 

So eine Pattstellung kann man sich gar nicht ausdenken. Leichtsinn pur, als Trainer kann man dabei gleich durchdrehen. Die 2 Mannschaftspunkte, die schon sicher auf der Habenseite standen, waren sofort Pfutsch. Alexandra musste nun einen Sieg schaffen, um einen Punkt noch zu retten, nachdem die Jungs sich ganz schön blamiert haben. Zum Glück hatte sie Nerven, um ihre Partie erfolgreich zu gestalten.

 

Die fünfte Runde gegen SV Niederwarta wurde gewonnen, da alle nun sehr aufmerksam spielten. Wir waren übrigens auf dem Papier wieder der klarer Favorit.

 

 

In der vorletzten Runde ging es gegen den Chemnitzer SC Aufbau 95 (w). Am dritten Brett hatten sie leider keine Spielerin, so daß Paul-Lukas sich nicht auszeichnen konnte und einen Punkt umsonst bekam. Alexandra erwies sich wieder als zuverlässige Punktesammlerin, so daß sie bald mit einem Sieg einen Mannschaftspunkt sicherte.

 

 

Ganz vorne beim Chemnitzer SC Aufbau saßen sehr starke Spilerinnen, am ersten Brett die aktuelle U12 Sachsenmeisterin Anne Kempe, am zweiten die drittbeste U14 sächsische Schachspielerin Anja Hartewig.

 

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Michael schaffte eine kleine Sensation, er gewann seine Partie gegen die erfahrene Kontrahentin, konnte aber den Mannschaftssieg damit leider nicht einfahren. Es lag nun an Daniel, der weiße Steine führte, mit einem Remis 2 ganz wichtige Mannschaftspunkte zu holen, um in der Endrunde um die Podestplätze mitspielen zu können. Es sah lange Zeit für Daniel ganz ordentlich aus. Er hatte Initiative und konnte viel Druck ausüben.

 

 

Mit der Zeit konnte Anne die Initiative übernehmen und Daniel musste um ein Unentschieden bangen. Es war im Endspiel trotzdem möglich gewesen und Daniel machte lange Zeit alles richtig. Er belästigte den schwarzen König mit den Schachgeboten und so hinderte er Anne den a-Bauern nach vorne zu bewegen. Leider gab Daniel diese Strategie auf und zog den Turm auf die erste Reihe anstatt mit Schachgeboten von der Seite fortzusetzen. So konnte Schwarz einen entscheidenden Zug mit dem Bauern nach vorne machen. Danach verlor Daniel wegen Zeitüberschreitung, da für Anne der Gewinnweg schon klar war und sie brauchte keine Zeit zu investieren.

 

 

Es war nicht Daniel's Tag heute. In den entscheidenden Momenten hatte er nicht das Glück, richtige Entscheidungen zu treffen. So musste unsere Mannschaft in der letzten Runde gegen einen Mittelfeldkonkurrenten antreten, anstatt sich mit den Favoriten zu messen. Das Spiel gegen SC Annaberg Buchholz gewannen unsere Kinder und wurden mit 9 Mannschaftspunkten Siebte.

 

 

Komischerweise reichten die gleichen 9 Punkte TuS Coswig zum dritten Platz. Unsere Mannschaft hatte 2,5 Brettpunkte weniger und von daher eine schlechtere Buchholzwertung. Eine Sensation mit drei Spielern ein Podestplatz zu erreichen verfehlten wir denkbar knapp. Mit Michael und seinen sensationellen 5 Punkten am zweiten Brett hätten wir 11 Mannschaftspunkte auf dem Konto. Selbst wenn es gegen die Favoriten nicht gereicht hätte, wäre ein Platz unter den besten 3 möglich gewesen. Am Ende des Tages gab es eine Siegerehrung und das Einquartieren in das naheliegende Gymnasium.

 

Die Endergebnistabelle ist hier.

 

* Die Lösung zu Alexandra's übersehener Kombi. Mit dem Turm wird der Läufer geschlagen. Schwarz muss mit dem f-Bauern zurückschlagen, um das Schachmatt zu entgehen. Dann kommt der weiße Läufer ins Spiel und schlägt mit Schach den e-Bauern. Wieder hat Schwarz einen einzigen Zug - die Dame dazwischen, die sofort fällt. Danach holt die weiße Dame mit Schachgeboten 2 schwarze Bauern und Alexandra bekommt ein gewonnenes Endspiel.

 

 

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