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In diesem Jahr nahm unsere Kindermannschaft zum ersten Mal am sächsichen U14 Jugendpokal teil. Am 17 April starteten die Vorrunden. Wir mussten eine lange Reise nach Leutersdorf antreten, wo auf uns 4 anderen Mannschaften warteten. Zum Glück hatten wir die erste Runde frei, so daß wir eine Stunde später losfahren konnten.
Unsere Mannschaft bestand aus Paul-Lukas, Daniel, Ramón sowie aus dem einzigen Mädchen des Turniers Alexandra.

Das erste Spiel mussten unsere Kinder gegen die 1. Mannschaft von Oberland bestreiten. Es begann sehr verheissungsvoll. Ramón konnte aus der Eröffnung gut herauskommen und jagte die gegnerische Dame, die leichtsinnig auf Reise ging, über das gesamte Brett. Damit konnte Ramón seine Figuren aktiv stellen und konnte sogar den Verlust eines Bauern verschmerzen. Jedenfalls spielte er sehr überlegt und verbrauchte mehr Zeit als sein Gegner, was sich am Ende auch lohnte. Er gewann seine Partie und brachte den ersten Punkt für die Mannschaft.

Paul-Lukas konnte auch seine Partie erfolgreich gestalten. Er schaffte es, seine Türme zu verdoppeln. Mit Angriffen auf die zweite Reihe hatte er dort leichte Ziele in Form von Bauern. Nach allen Abtauschaktionen blieben auf dem Brett nur noch 2 Türme übrig mit 2 Mehrbauern für Paul-Lukas.

Alexandra traf in ihrer Partie auf Toni Grüning gegen den sie im Mini Open in Leutersdorf vor 2 Monaten einmal verlor. Diesmal konnte sie sich Materialvorteile verschaffen und es sah lange nach einem Gewinn für sie aus. Leider verlor sie dann Kontrolle über die Partie und verspielte ihre Vorteile. Am Ende scheiterte sie an der Zeitüberschreitung.

Daniel traf auf Julius Ploß. Einmal spielten sie schon gegeneinander. Es war am Chemnitzer Jugend-Open 2010 und dort gewann Daniel. Diesmal hat er einen frühen Fehler gemacht, indem er seine Dame auf c2 stellte und damit die Deckung des Bauern auf d4 aufgab, was Julius sofort ausnutzte. Er schlug den einzigen Verteidiger, den Springer auf f3, öffnete die d-Linie und nahm den Bauern mit der Dame. Es wäre besser gewesen, mit dem Springer den Bauern zu schlagen. So konnte Daniel wenigstens die Initiative behalten und mit den Angriffen auf die Dame die Kompensation erlangen.
Daniel konnte einen gefährlichen Angriff auf dem Königsflügel aufbauen, sein Gegner kam langsam in Zeitnot, so daß es wirklich nach einem Mannschaftssieg aussah, bis Daniel einen fatalen Fehler machte und seinen Turm für einen Bauern eintauschte. Nach diesem Blackout wurde die Sache klar, Julius zwang Daniel, die Damen abzutauschen und verlor sogar seinen Turm durch eine Springergabel, was aber unserer Mannschaft nichts nützte. Durch die bessere Bauernstruktur und aktivere Springerstellung gewann Julius am Ende die Partie in Zeitnot. Somit rettete die Mannschaft von Oberland einen Punkt, während unsere Kinder einen ziemlich unglücklichen Start erwischten.

Im zweiten Spiel ging es gegen den Top-Favoriten unserer Staffel Dresden-Striesen 1.

Diesmal sah es nach kurzer Zeit weniger erfolgreich aus. Ramón mit schwarzen Steinen konnte seine Entwicklung noch nicht abschließen, hagerte es mit dem Opferangriff in seiner Königsstellung. In derItalienischen Partie kam es zu einer klassischen Springerfesselung und, da der schwarzfeldrige Läufer durch den Bauern bereits abgeschnitten war, konnte Ramón den gegnerischen Läufer nicht abschütteln. Ein strategischer Fehler, die Dame in die offene Linie zu ziehen, verschlechterte sich das Problem noch, weil der weiße Turm sie sofort angriff und die Dame wieder zurück musste. Dann machte Ramón 2 verzweifelte Bauernzüge, um den bösen Läufer doch wegzubekommen, der Gegner stand aber mit seiner Figuren so gut da, daß er mit einem Opfer schnell alles klar machte.

Paul-Lukas spielte mit Weiß am ersten Brett Damengambit. Nach vielen Abtauschaktionen sah es nach einem ungefährdeten Remis aus, bis Paul-Lukas einen unnötigen Fehler beging und seinen Springer gegen einen Bauern tauschen musste. Sein Gegner Charley Walzschak bedankte sich und gewann ganz leicht.

Alexandra hatte offenbar keine Lust gegen einen starken Gegner zu kämpfen, so fragte sie mich mehrmals, ob sie das Remis anbieten kann. Ich sagte ihr, diese Gedanken zu vergessen und einfach weiterspielen. Dann gewann sie sogar am Ende.

Es lag schließlich an Daniel, einen Mannschaftspunkt zu erspielen, um noch im Rennen um den zweiten Platz drin zu bleiben. Er lehnte alle Remisangebote ab und wollte nach seinem Patzer im ersten Spiel unbedingt gewinnen. Das gelang ihm nicht, er verlor seine zweite Partie in Folge und damit auch die gesamte Mannschaft.

Das dritte Spiel gegen TuS Coswig 1920 3 mußte unbedingt gewonnen werden, um noch die Chance auf den zweiten Platz bewahren zu können.

Das schien durchaus möglich, weil die dritte Mannschaft von Coswig aus U10 Spielern bestand, von denen nur ein einziger, Leon Zieschank, sich für die Sachseneinzelmeisterschaft 2011 qualifizieren konnte. Gegen ihn spielte unser Vertreter bei der SEM in der AK U14 Paul-Lukas Gose. Diese Partie unter den beiden SEM Teilnehmern war entscheidend für die beiden Mannschaften. Leon konnte sie für sich entscheiden und somit einen wichtigen Schritt in Richtung Mannschaftssieg fur Coswig machen.

Alexandra spielte ungenau und verlor nach einigen Abtauschaktionen einen Bauern. Dann verschlechterte sich ihre Position noch mehr, so daß sie eindeutig auf Verlust stand. Ihr Gegner begnügte sich trotzdem mit einem Remis, da nach der Niederlage von Ramón, TuS Coswig nur noch ein halber Punkt zum Sieg reichte.

Daniel begann seine Partie ziemlich leichtsinnig, indem er sich sofort mit dem Jagd auf den gegnerischen Springer befasste, anstatt sich um die Entwicklung seiner Figuren zu kümmern. Dabei hatte er noch Glück, seine Dame angefasst und nicht auf das Feld gestellt zu haben, wo er seine Partie vermutlich sehr schnell verloren hätte. Stattdessen mußte die Dame den Läufer versperren und anschließend gegen die weiße Königin getauscht werden. Danach sahen sich beide Spieler im Endspiel, so sie keine Lust hatten zu rochieren. Der weiße König kam schnell unter Beschuß aus allen möglichen Kanonen und ging durch das ganze Brett bis zum a7, wo er gleich gegen 3 Figuren zu kämpfen hatte. Daniel machte es noch zusätzlich spannend indem er im großen Stil seine Bauern an den wanderwilligen König verschenkte und dabei einen klaren Gewinnweg übersah. Am Ende konnte er noch alles klar machen und gewann in einer überlegenen Stellung durch die Zeitüberschreitung seines Gegners. Durch die Niederlage 2,5:1,5 gegen Coswig verlor SV Traktor Priestewitz alle Chancen auf den Finaleinzug.

Das letzte Spiel gegen die zweite Mannschaft von Oberland war indes unbedeutend. Unsere Mannschaft gewann alle 4 Partien, der Klassenunterschied war recht groß. Schade nur, daß es gegen die direkte Konkurrenz nicht so gut lief, wobei die Qualifikation für die Endrunde gut möglich war. Vor allem Daniel spielte weit unter seinen Möglichkeiten und patzte gerade in alles entscheidenden Spielen. Es war aber das Ziel unseres Ausfluges. Die Mannschaft soll sich auf die bevorstehende Saison vorbereiten, um dort abgeklärter agieren zu können.

Als einziges Mädchen konnte Alexandra die Jungs mit ihrer Punkteausbeute übertreffen. Sie holte 2,5 Punkte, während Paul-Lukas, Daniel und Ramon jeweils 2 Punkte sammelten. Dafür verdient sie ein großes Lob. Zu einem Big Point fehlte ihr denkbar wenigl, die erste Partie stand sie ganz klar überlegen und verlor ziemlich unglücklich.
Die Endtabelle
Die Einzelergebnisse sind hier zu finden.
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